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Schnarchen in der Schwangerschaft: Was hilft und wann zum Arzt

Paul Richter
Paul Richter
6. März 2025 · 9 Min
Medizinisch geprüft von Dr. Geissing , Zahnarzt
Schnarchen in der Schwangerschaft: Was hilft und wann zum Arzt

Kurz & knapp

Schnarchen in der Schwangerschaft ist häufig und meistens harmlos. In einer Kohorte der University of Michigan mit 1.673 Frauen gaben rund 34 Prozent im dritten Trimester an zu schnarchen, bei etwa einem Viertel von ihnen hatte es erst in der Schwangerschaft angefangen [1]. Auslöser sind körperliche Anpassungen: Das Blutvolumen steigt um fast die Hälfte, die Nasenschleimhäute schwellen an, dazu kommen Hormone, Wassereinlagerungen und Gewichtszunahme [5].

Sicher helfen vor allem ein paar einfache Dinge: in (linker) Seitenlage statt auf dem Rücken schlafen, den Oberkörper leicht erhöhen, die Nase mit reiner Kochsalz- oder Meerwasserlösung freihalten und für nicht zu trockene Raumluft sorgen [11][12]. Abschwellende Nasensprays besser nur kurz und nach ärztlicher Rücksprache.

Ernst nehmen solltest du Atemaussetzer im Schlaf, sowie die Warnzeichen einer Präeklampsie: Blutdruck über 140/90 mmHg, starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, Oberbauchschmerzen und plötzliche Wassereinlagerungen [7]. Neu in der Schwangerschaft aufgetretenes Schnarchen ist statistisch mit Schwangerschaftshochdruck verknüpft, deshalb gehört es beim Vorsorgetermin angesprochen [2]. Nach der Geburt verschwindet das Schnarchen bei den meisten Frauen wieder [6].

Ist Schnarchen in der Schwangerschaft normal?

Wenn du plötzlich schnarchst, obwohl du das vorher nie getan hast, ist das kein Grund zur Panik. Es ist eine der häufigeren Begleiterscheinungen, über die nur wenige vorher sprechen.

In der bereits erwähnten Studie der University of Michigan unter Leitung von Louise O'Brien wurden 1.673 Schwangere im dritten Trimester ausgewertet. Etwa 34 Prozent berichteten über Schnarchen. Bei rund einem Viertel dieser Frauen hatte das Schnarchen erst in der Schwangerschaft angefangen, bei etwa 9 Prozent bestand es schon vorher [1]. Diese Unterscheidung zwischen neu aufgetretenem und chronischem Schnarchen ist wichtiger, als sie zunächst klingt, dazu weiter unten mehr.

Typisch ist, dass das Schnarchen mit der Schwangerschaft zunimmt. Es beginnt selten im ersten Trimester und wird oft im letzten Drittel am deutlichsten. Das passt zur körperlichen Entwicklung: Viele der auslösenden Veränderungen erreichen erst in der Spätschwangerschaft ihren Höhepunkt.

Schwangere Frau ruht entspannt in Seitenlage

Warum schnarchen viele Frauen plötzlich in der Schwangerschaft?

Schnarchen entsteht, wenn die oberen Atemwege im Schlaf enger werden und das Gewebe beim Atmen vibriert. In der Schwangerschaft arbeiten gleich mehrere Faktoren in diese Richtung.

Der größte ist das Blutvolumen. Es nimmt während der Schwangerschaft um nahezu 50 Prozent zu und erreicht seinen Höhepunkt erst in der Spätschwangerschaft. Dadurch werden auch die Schleimhäute stärker durchblutet und schwellen an, die Nase eingeschlossen [5]. Eine verstopfte Nase zwingt nachts zur Mundatmung, und Mundatmung begünstigt Schnarchen.

Dazu kommt die Schwangerschaftsrhinitis: eine hartnäckig verstopfte oder laufende Nase ohne Erkältung und ohne Allergie, hormonell ausgelöst durch Östrogen und Progesteron und die vermehrte Durchblutung der Nasenschleimhaut. Je nach Quelle betrifft sie etwa 18 bis 30 Prozent der Schwangeren [8].

VeränderungWarum sie Schnarchen begünstigt
Blutvolumen steigt um fast 50 % (Höhepunkt in der Spätschwangerschaft) [5]Schleimhäute werden stärker durchblutet und schwellen an, die Nase wird enger
Hormone (Östrogen, Progesteron)Schwellung der Nasenschleimhäute, Schwangerschaftsrhinitis [8]
WassereinlagerungenVerstärken die Schwellung im Gewebe der oberen Atemwege
GewichtszunahmeMehr Gewebe rund um den Hals, etwas mehr Druck auf die Atemwege

Keiner dieser Punkte ist ein Defekt. Es sind normale Anpassungen, die der Körper an die Schwangerschaft vornimmt. Genau deshalb verschwindet das Schnarchen bei den meisten Frauen nach der Geburt auch wieder.

Wann ist Schnarchen harmlos und wann ein Warnzeichen?

An dieser Stelle lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Die meisten Fälle sind harmlos, aber Schnarchen kann in der Schwangerschaft auch ein Hinweis auf etwas sein, das ärztlich abgeklärt gehört.

Worauf es ankommt, ist der Unterschied zwischen ruhigem Dauerschnarchen und Schnarchen mit Atemaussetzern. In der Michigan-Studie war neu in der Schwangerschaft aufgetretenes Schnarchen statistisch mit Schwangerschaftshochdruck verknüpft (adjustierte Odds Ratio 2,36) und mit Präeklampsie (adjustierte Odds Ratio 1,59). Schon vor der Schwangerschaft bestehendes Schnarchen zeigte diesen Zusammenhang nicht [2]. Das ist eine statistische Assoziation, kein Beweis für eine Ursache. Schnarchen verursacht keine Präeklampsie. Aber wenn das Schnarchen neu ist, lohnt es sich, beim Vorsorgetermin darauf hinzuweisen.

Ein zweites Thema ist die Schlafapnoe. Die Häufigkeit einer obstruktiven Schlafapnoe in der Schwangerschaft liegt je nach Schwangerschaftswoche und Messmethode etwa zwischen 3 und 27 Prozent und steigt im Verlauf an, von rund 10,5 Prozent im ersten auf etwa 26,7 Prozent im dritten Trimester [3]. Schlafbezogene Atmungsstörungen in der frühen und mittleren Schwangerschaft sind außerdem mit einem etwa zwei- bis fast vierfach erhöhten Risiko für Schwangerschaftsdiabetes verknüpft [4].

Was du grob einordnen kannst:

Eher harmlosBeim nächsten Termin ansprechenSofort ärztlich abklären
Gleichmäßiges, leises SchnarchenSchnarchen erst in der Schwangerschaft neu aufgetreten [2]Atemaussetzer oder Luftschnappen im Schlaf [3]
Du fühlst dich tagsüber fitLautes Schnarchen an mehreren Nächten pro WocheBlutdruck über 140/90 mmHg, starke Kopfschmerzen, Sehstörungen [7]
Keine AtemaussetzerAusgeprägte TagesmüdigkeitOberbauchschmerzen, plötzliche starke Wassereinlagerungen, rasche Gewichtszunahme [7]

Die Warnzeichen einer Präeklampsie gehören in jedem Fall umgehend abgeklärt: neu aufgetretener Bluthochdruck mit Werten über 140/90 mmHg, starke oder anhaltende Kopfschmerzen, Sehstörungen wie Augenflimmern oder Lichtblitze, Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, plötzliche starke Schwellungen an Gesicht, Händen und Füßen sowie eine rasche Gewichtszunahme. Eine Präeklampsie tritt meist in der zweiten Schwangerschaftshälfte auf [7].

Was hilft sicher gegen Schnarchen in der Schwangerschaft?

Die wirksamsten Mittel sind zugleich die unbedenklichsten. Sprich trotzdem alles, was du regelmäßig anwenden willst, einmal mit deiner Frauenärztin oder deiner Hebamme ab.

In Seitenlage statt in Rückenlage schlafen. Die Rückenlage verschlechtert Schnarchen, weil die Zunge nach hinten sackt und die Atemwege enger werden. Die Seitenlage bessert es. In der Spätschwangerschaft wird die linke Seitenlage ohnehin empfohlen, weil sie die Durchblutung von Plazenta und Gebärmutter unterstützt und die untere Hohlvene entlastet [12]. Ein Seitenschläferkissen hilft, die Position über die Nacht zu halten.

Den Oberkörper leicht erhöht lagern. Eine leicht erhöhte Schlafposition kann die Atemwege offener halten und lindert nebenbei Sodbrennen. Ein zusätzliches Kissen oder ein Keilkissen reicht.

Die Nase mit Kochsalz oder Meerwasser freihalten. Nasensprays und Spülungen mit reiner Kochsalz- oder Meerwasserlösung gelten in der Schwangerschaft als unbedenklich und befreien eine geschwollene Nase, ohne in den Hormonhaushalt einzugreifen [11].

Für gute Raumluft sorgen. Ausreichend trinken und kühle, nicht zu trockene Luft im Schlafzimmer halten die Schleimhäute feucht. Ein Luftbefeuchter kann sinnvoll sein, wenn die Heizungsluft die Nase austrocknet [11].

Das Gewicht im Rahmen der Vorsorge behalten. Eine Gewichtszunahme im normalen Rahmen ist Teil der Schwangerschaft. Es geht hier nicht ums Abnehmen. Wichtig ist, die ärztlich begleitete Vorsorge zu nutzen und das Gewicht im üblichen Rahmen zu halten.

Ehrlich eingeordnet: Seitenlage und Hochlagerung sind plausibel und lindern die Beschwerden, eine speziell auf Schnarchen in der Schwangerschaft zugeschnittene Studienlage gibt es dafür aber nicht. Dass die Rückenlage Schnarchen verschlechtert, ist gut belegt [12], die konkrete Empfehlung zur linken Seite kommt aus der Geburtshilfe. Kochsalz und Meerwasser sind sicher. Abschwellende Nasensprays mit Xylometazolin oder Oxymetazolin solltest du dagegen meiden oder nur kurz und nach Rücksprache verwenden [11].

Wenn du tiefer einsteigen willst, welche Schlafposition wie wirkt, findest du das in unserem Beitrag zu Schlafposition und Schnarchen. Eine allgemeine Übersicht zu den Ursachen von Schnarchen und speziell zu Schnarchen bei Frauen gibt es ebenfalls.

Was hilft eher nicht oder gehört in ärztliche Hände?

Nicht alles, was gegen Schnarchen beworben wird, ist in der Schwangerschaft sinnvoll oder ausreichend untersucht.

Nasendilatatoren und Nasenpflaster weiten die Nasengänge mechanisch. Sie können bei rein nasal bedingtem Schnarchen kurzfristig etwas bringen, lösen aber das eigentliche Problem im Rachen nicht und sind keine verlässliche Lösung.

Beim CPAP wird es konkreter. Wenn eine obstruktive Schlafapnoe diagnostiziert ist, gilt die CPAP-Therapie, also die nächtliche Atemunterstützung mit leichtem Überdruck, in der Schwangerschaft als sicher und als Mittel der Wahl. In Studien an Risikoschwangerschaften senkte sie unter anderem den diastolischen Blutdruck und die Präeklampsie-Häufigkeit [9]. Wichtig: Das setzt eine ärztliche Diagnose voraus, es ist keine Selbsthilfe.

Und die Schnarchschiene? Eine Unterkieferprotrusionsschiene hält den Unterkiefer leicht vorn und damit die Atemwege offener. Sie ist eine verbreitete Option gegen Schnarchen ganz allgemein, also für die Zeit außerhalb oder nach der Schwangerschaft. Für die Schwangerschaft selbst gibt es bisher nur kleine, laufende Studien zur Machbarkeit im zweiten und dritten Trimester, aber keine belastbare Empfehlung [10]. In der Schwangerschaft verändern sich Mundraum und Schleimhäute, deshalb gehört der Einsatz hier zuerst mit Frauenärztin und Zahnarzt besprochen. Und wenn der Verdacht auf eine Schlafapnoe im Raum steht, gehört die zuerst ärztlich abgeklärt, nicht mit einer Schiene auf eigene Faust angegangen.

Falls das Schnarchen nach der Geburt bleibt und sich als reines Schnarchen ohne Apnoe herausstellt, ist eine individuell gefertigte Schiene ein gangbarer Weg. Solche Schienen werden in spezialisierten Dentallaboren angefertigt. Über den Zahnarzt als Selbstzahler liegt eine individuelle Schiene erfahrungsgemäß bei rund 1.200 bis 2.000 Euro, in dieser Spanne ist die Anpassung in der Praxis samt Nachkontrolle üblicherweise enthalten. Es gibt inzwischen auch Anbieter, die direkt aus den Dentallaboren zum Festpreis liefern, etwa snorly.de auf einem Niveau um 495 Euro inklusive Abdruckset, hier nimmst du den Abdruck zu Hause selbst. Die beiden Preise bilden also unterschiedliche Leistungsumfänge ab. Gemeint ist das als sachliche Info zum Bezugsweg für die Zeit nach der Geburt. Eine Empfehlung für die Schwangerschaft ist es ausdrücklich nicht.

Eine ausführliche Einordnung, wann hinter dem Schnarchen mehr stecken könnte, findest du in den Beiträgen zu Schlafapnoe und zum Unterschied zwischen Schnarchen und Schlafapnoe.

Wann du zum Frauenarzt oder in ein Schlaflabor solltest

Faustregel: Sprich das Schnarchen beim regulären Vorsorgetermin an, wenn es neu ist oder dich tagsüber müde macht. Such ärztliche Hilfe zeitnah, wenn dir Partnerin oder Partner Atemaussetzer oder Luftschnappen im Schlaf beschreiben oder du morgens wie gerädert aufwachst, obwohl du genug Stunden im Bett warst. Das können Hinweise auf eine Schlafapnoe sein, die sich mit einer Schlafuntersuchung klären lässt [3].

Sofort und unabhängig vom Schnarchen handeln solltest du bei den Präeklampsie-Warnzeichen aus dem Triage-Abschnitt: hoher Blutdruck, starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, Oberbauchschmerzen oder plötzliche starke Schwellungen [7]. Das gehört dann sofort ärztlich abgeklärt, unabhängig vom Schnarchen.

Geht das Schnarchen nach der Geburt wieder weg?

Bei den meisten Frauen ja. Schnarchen ist in der Schwangerschaft deutlich häufiger als außerhalb, in einer Vergleichserhebung etwa 41 Prozent gegenüber rund 17 Prozent bei nicht schwangeren Frauen. Nach der Geburt geht die Häufigkeit überwiegend zurück. In Studien sank die Schnarch-Häufigkeit von der Schwangerschaft zur Zeit danach etwa um die Hälfte oder kehrte auf das Niveau vor der Schwangerschaft zurück [6].

Der Hintergrund passt zur Ursache: Mit der Geburt normalisieren sich Blutvolumen und Hormone wieder, die Schwellung der Schleimhäute geht zurück. Eine Schwangerschaftsrhinitis bildet sich in der Regel innerhalb von rund zwei Wochen nach der Geburt zurück [8].

Bei einem Teil der Frauen bleibt das Schnarchen aber bestehen, vor allem wenn es schon vor der Schwangerschaft da war oder Gewicht zurückbleibt [6]. Wenn dich das Schnarchen einige Wochen nach der Geburt weiter begleitet oder Atemaussetzer auftreten, lohnt sich eine ärztliche Abklärung. Dann ist es kein Schwangerschaftsthema mehr und lässt sich wie jedes andere Schnarchen angehen.

Schnarchen in der Schwangerschaft: das Wichtigste in Kürze

Schnarchen in der Schwangerschaft ist häufig und meist harmlos. Rund jede dritte Frau schnarcht im letzten Trimester, oft erstmals [1]. Die Ursache liegt in normalen körperlichen Anpassungen wie dem stark erhöhten Blutvolumen und geschwollenen Schleimhäuten [5].

Sicher helfen Seitenlage, ein leicht erhöhter Oberkörper, eine mit Kochsalz freigehaltene Nase und gute Raumluft, am besten mit Frauenärztin oder Hebamme abgestimmt [11][12]. Ernst nehmen solltest du Atemaussetzer im Schlaf und die Warnzeichen einer Präeklampsie [7]. Neu aufgetretenes Schnarchen gehört beim Vorsorgetermin angesprochen [2]. Und nach der Geburt verschwindet das Schnarchen bei den meisten Frauen wieder [6].

Quellen

  1. O'Brien LM et al., Snoring during pregnancy and delivery outcomes. Am J Obstet Gynecol. pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3505221
  2. O'Brien LM et al., Pregnancy-onset snoring und Schwangerschaftshochdruck/Präeklampsie. Am J Obstet Gynecol. pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3505221
  3. Bourjeily G et al., Obstructive Sleep Apnea in Pregnancy: A Narrative Review. pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9668203
  4. Bourjeily G et al., schlafbezogene Atmungsstörungen und Schwangerschaftsdiabetes. pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9668203
  5. MSD Manual, Physiologie der Schwangerschaft. msdmanuals.com
  6. Persistence and prevalence of sleep-disordered breathing after delivery (Scoping Review). sciencedirect.com
  7. Frauenärzte im Netz, Schwangerschaftshochdruck und Präeklampsie. frauenaerzte-im-netz.de
  8. Caparroz FA et al., Rhinitis and pregnancy: literature review. Braz J Otorhinolaryngol. pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9444647
  9. CPAP in der Risikoschwangerschaft (RCT/Review). pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10294320
  10. Oral Appliances in Obstructive Sleep Apnea (Übersicht) und ClinicalTrials NCT03138291. pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6956298
  11. Schwangerschaftsschnupfen, Nasenspray und Kochsalz, Apotheken-Ratgeber. volksversand.de
  12. Schlafposition und positionsabhängiges Schnarchen. pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4067449

Zuletzt aktualisiert am 23. Juni 2026

Häufige Fragen

Ist Schnarchen in der Schwangerschaft gefährlich für das Baby?

Gleichmäßiges, leises Schnarchen ist in den meisten Fällen harmlos. Aufmerksam werden solltest du, wenn das Schnarchen erst in der Schwangerschaft neu aufgetreten ist oder von Atemaussetzern begleitet wird. Neu aufgetretenes Schnarchen ist statistisch mit Schwangerschaftshochdruck und Präeklampsie verknüpft. Das ist eine statistische Assoziation und belegt keine Ursache [1][2]. Sprich es beim Vorsorgetermin an, dann lässt es sich sauber einordnen.

Ab welchem Trimester fangen die meisten Schwangeren an zu schnarchen?

Schnarchen nimmt im Verlauf der Schwangerschaft zu und ist im letzten Drittel am häufigsten. In einer Kohorte mit 1.673 Frauen schnarchten im dritten Trimester rund 34 Prozent, bei etwa einem Viertel hatte es erst in der Schwangerschaft begonnen [1]. Das passt dazu, dass das Blutvolumen erst in der Spätschwangerschaft seinen Höhepunkt erreicht und die Schleimhäute anschwellen [5].

Welche Hausmittel gegen Schnarchen sind in der Schwangerschaft sicher?

Als sicher gelten die Seitenlage statt Rückenlage, ein leicht erhöhter Oberkörper, Nasensprays oder Spülungen mit reiner Kochsalz- oder Meerwasserlösung sowie ausreichend trinken und kühle, nicht zu trockene Raumluft [11][12]. Abschwellende Nasensprays mit Xylometazolin oder Oxymetazolin solltest du meiden oder nur kurz und nach ärztlicher Rücksprache nutzen. Stimm alles, was du regelmäßig anwendest, mit deiner Frauenärztin oder Hebamme ab.

Darf ich in der Schwangerschaft eine Schnarchschiene tragen?

Eine Unterkieferprotrusionsschiene ist eine verbreitete Option gegen Schnarchen außerhalb oder nach der Schwangerschaft. Für die Schwangerschaft selbst gibt es bisher nur kleine, laufende Studien und keine belastbare Empfehlung [10]. Weil sich Mundraum und Schleimhäute verändern, gehört der Einsatz hier zuerst mit Frauenärztin und Zahnarzt besprochen. Steht ein Verdacht auf Schlafapnoe im Raum, gehört der zuerst ärztlich abgeklärt.

Woran erkenne ich, dass mein Schnarchen auf eine Schlafapnoe hindeutet?

Hinweise sind Atemaussetzer oder Luftschnappen im Schlaf, die dir Partnerin oder Partner beschreiben, sowie ausgeprägte Tagesmüdigkeit, obwohl du genug im Bett warst. Die Häufigkeit einer obstruktiven Schlafapnoe steigt in der Schwangerschaft an, von rund 10,5 Prozent im ersten auf etwa 26,7 Prozent im dritten Trimester [3]. Bei diesen Anzeichen lohnt sich eine Schlafuntersuchung.

Geht das Schnarchen nach der Geburt wieder weg?

Bei den meisten Frauen ja. Nach der Geburt sinkt die Schnarch-Häufigkeit überwiegend wieder, in Studien etwa um die Hälfte oder zurück auf das Niveau vor der Schwangerschaft [6]. Eine Schwangerschaftsrhinitis bildet sich in der Regel innerhalb von rund zwei Wochen nach der Geburt zurück [8]. Bleibt das Schnarchen, vor allem wenn es schon vorher bestand, lohnt sich eine ärztliche Abklärung.

Wann sollte ich mit dem Schnarchen zum Frauenarzt?

Sprich es beim regulären Vorsorgetermin an, wenn es neu ist oder dich tagsüber müde macht. Zeitnah ärztlich abklären solltest du beschriebene Atemaussetzer im Schlaf [3]. Sofort handeln solltest du bei Präeklampsie-Warnzeichen: Blutdruck über 140/90 mmHg, starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, Oberbauchschmerzen oder plötzliche starke Wassereinlagerungen [7].

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