Schnarchen bei Erkältung: Was kurzfristig hilft und wann es chronisch wird
Schnarchen bei einer Erkältung ist fast immer vorübergehend und harmlos. Die Nase ist zu, also atmest du nachts durch den Mund. Dabei rutscht der Unterkiefer nach hinten, und Gaumensegel und Zäpfchen fangen an zu schwingen. Mit dem Schnupfen ist es meist nach ein bis zwei Wochen vorbei. Schnarchst du danach weiter, hat die Erkältung nur hörbar gemacht, was schon vorher da war.
Warum du bei einer Erkältung schnarchst

Verstopfte Nase, offener Mund, enger Rachen
Im Schlaf atmest du normalerweise durch die Nase. Bei einem Schnupfen schwillt die Schleimhaut an, dazu kommt Sekret. Irgendwann reicht der Platz nicht mehr, und du stellst unbewusst auf den Mund um. Mit offenem Mund rutscht der Unterkiefer ein Stück nach hinten und nimmt die Zunge mit. Der Rachen wird enger. Beim Einatmen geraten Gaumensegel und Zäpfchen ins Schwingen.
Die enge Nase verstärkt das noch. Mediziner beschreiben sie als Engstelle am Eingang eines Schlauchs, dessen hinterer Teil, der Rachen, weich und zusammenfaltbar ist. Je mehr Widerstand vorn, desto stärker der Sog dahinter (Übersicht in PMC). Belegt ist der Zusammenhang vor allem für dauerhaft verstopfte Nasen: In der Wisconsin Sleep Cohort mit rund 4.900 Erwachsenen schnarchten Menschen, deren Nase nachts (fast) immer zu war, etwa dreimal so häufig regelmäßig wie Menschen mit freier Nase (Young et al., Arch Intern Med 2001). Akute Erkältungen hat die Studie nicht untersucht. Für den Schnupfen gilt also die Richtung, nicht die genaue Zahl. Mehr zur Mundatmung im Schlaf findest du unter Schlafen mit offenem Mund.
Warum das Geräusch trotzdem im Rachen entsteht
Die Nase macht bei einer Erkältung den Druck, das Geräusch selbst kommt aus dem Rachen. Bei etwa drei von vier regelmäßigen Schnarchern liegt die Schallquelle dort, eine behinderte Nasenatmung ist nur bei einer Minderheit die Hauptursache (Pharmazeutische Zeitung, 2009). Auch die S3-Leitlinie zum Schnarchen (AWMF 017-068) nennt neben der Nase vor allem Gaumen, Rachen und Zungengrund als Entstehungsorte. Ein vorübergehender Schnupfen gehört genau zu den Fällen, in denen die Nase kurz mitspielt.
Für dich heißt das: Wird die Nase wieder frei und verschwindet das Schnarchen, war die Erkältung schuld. Bleibt es, ist der Rachen die eigentliche Quelle. Einen Überblick über alle Ursachen fürs Schnarchen findest du im verlinkten Artikel.
Was heute Nacht hilft
Am meisten bringt eine freie Nase, also abschwellendes Spray vor dem Schlafen. Dazu Seitenlage und ein Abend ohne Alkohol. Der Rest ist Beiwerk, das sich gut anfühlt.
Abschwellendes Nasenspray kurz vor dem Schlafen
Das wirkt am schnellsten. Vor dem Zubettgehen angewendet, macht es die Nase für mehrere Stunden frei, und du schläfst eher mit geschlossenem Mund. Länger als eine Woche solltest du es aber nicht nehmen (Gründe im nächsten Abschnitt).
Oberkörper hoch und auf die Seite
Ein zweites Kissen oder ein Keilkissen hebt den Kopf an. Das Sekret läuft besser ab, die Nase fühlt sich freier an. In Rückenlage fällt die Zunge am stärksten zurück, deshalb hilft die Seitenlage gerade dann, wenn du ohnehin durch den Mund atmest. Tipps dazu unter Schlafposition beim Schnarchen.
Abends kein Alkohol
Alkohol entspannt die Rachenmuskulatur, und bei verstopfter Nase kommt beides zusammen. Die Techniker Krankenkasse rät, zwei bis drei Stunden vor dem Schlafen darauf zu verzichten. Der heiße Grog gegen die Erkältung ist abends also keine gute Idee. Schlaf- und Beruhigungsmittel lockern die Muskulatur ähnlich, nimm sie nur nach ärztlicher Absprache. Mehr dazu unter Schnarchen nach Alkohol.
Was zusätzlich hilft: Salzwasser, Trinken, kühles Schlafzimmer
Eine Nasenspülung oder ein Spray mit Kochsalzlösung vor dem Schlafen löst Sekret und befeuchtet die Schleimhaut. Ein Cochrane-Review zur Nasenspülung bei akuten Atemwegsinfekten (King et al. 2015) fand bei Erwachsenen kaum messbare Effekte, aber auch keine Risiken. Gut verträglich ist sie also, das Schnarchen stellt sie allein selten ab. Stiftung Warentest hat 2022 Nasensprays mit Salz geprüft und rät von Zusätzen wie ätherischen Ölen ab. Wasser oder Tee über den Tag verteilt halten das Sekret flüssig.
Inhalieren mit warmem Dampf kann sich angenehm anfühlen. Einen messbaren Nutzen gegen Erkältungsbeschwerden fand ein Cochrane-Review (Singh et al. 2017) allerdings nicht. Vorsicht mit heißem Wasser, besonders bei Kindern: Verbrühungen sind das eigentliche Risiko. Im Schlafzimmer trocknet Heizungsluft die Nase aus, also lieber kühl schlafen und vorher gut lüften. Weitere Hausmittel gegen Schnarchen helfen eher bei leichtem Schnarchen ohne Infekt.
Abschwellendes Nasenspray: Warum höchstens eine Woche
Sprays mit Xylometazolin oder Oxymetazolin ziehen die Blutgefäße in der Schleimhaut zusammen. Die Schwellung geht zurück, die Nase ist frei. Laut Fachinformation sind sie ohne ärztliche Anordnung für höchstens sieben Tage gedacht, danach braucht die Nase mehrere Tage Pause. In Großbritannien hat die Arzneimittelbehörde MHRA die Höchstdauer 2026 sogar auf fünf Tage gesenkt (Apotheke Adhoc). In Deutschland gilt die Packungsbeilage.
Der Grund heißt Rhinitis medicamentosa. Nimmst du das Spray zu lange, gewöhnt sich die Schleimhaut daran. Lässt die Wirkung nach, schwillt sie stärker an als vorher (Rebound), und du sprühst wieder. Am Ende ist die Nase ohne Spray dauerhaft zu (DocCheck Flexikon). Beim Absetzen wird es erst einmal schlechter, bevor es besser wird.
Fürs Schnarchen ist das eine echte Falle. Wer das Spray wochenlang abends nimmt, um leiser zu schlafen, kann sich genau damit eine chronisch verstopfte Nase einhandeln. Aus dem Erkältungsschnarchen wird dann ein Dauerschnarchen.
Was du stattdessen tun kannst:
- nach der ersten Woche auf Meerwasser- oder Kochsalzspray umsteigen
- das Spray nur abends nehmen statt mehrmals täglich
- bei Kindern ausschließlich die niedriger dosierten Kinderpräparate verwenden und dich in der Apotheke beraten lassen
Kortisonhaltiges Nasenspray ist kein Mittel gegen Schnarchen. In einer randomisierten Studie hat Mometason über drei Monate den Schnarch-Score nicht gesenkt (Hultcrantz et al., Acta Otolaryngol 2010). Sinnvoll ist es bei Allergie oder chronischer Entzündung der Nasennebenhöhlen. Das entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Wann aus Erkältungsschnarchen ein Dauerproblem wird
Eine Erkältung klingt laut gesundheitsinformation.de, dem Patientenportal des IQWiG, meist nach ein bis zwei Wochen von selbst ab. Schnupfen und Halsschmerzen sind oft schon nach wenigen Tagen weg. Nur der Husten hält bei Erwachsenen im Schnitt 18 Tage.
Daraus folgt eine einfache Faustregel: Schnarchst du zwei bis drei Wochen nach dem Ende des Schnupfens immer noch, hat das Schnarchen eine eigene Ursache. Erst recht, wenn deine Nase längst frei ist.
Wie du das prüfst? Frag deinen Partner, ob das Schnarchen vor der Erkältung schon da war. Oder lass ein paar Nächte eine Schnarch-App mitlaufen. Was solche Aufnahmen aussagen, steht im Artikel Schnarchen messen.
| Erkältungsschnarchen | Chronisches Schnarchen | |
|---|---|---|
| Dauer | einige Tage bis etwa zwei Wochen | bleibt Wochen nach dem Infekt bestehen |
| Nase | zu, beidseitig, mit Sekret | frei oder dauerhaft (oft einseitig) blockiert |
| Ursache | geschwollene Schleimhaut, Mundatmung | Rachen, oft verstärkt durch Gewicht, Alkohol, Rückenlage; seltener eine strukturelle Engstelle in der Nase |
| Was hilft | Nase frei machen, Oberkörper hoch, kein Alkohol | Ursache klären, bei Rachenschnarchen eine Schnarchschiene |
Was hinter dem Schnarchen steckt, wenn es bleibt
Meist steckt der Rachen dahinter. Seltener deckt die Erkältung eine Engstelle in der Nase auf, die es schon länger gab: Ist die Nase ohnehin eng, reicht ein bisschen Schwellung, und sie ist komplett zu.
Rachenschnarchen, das schon vorher da war
Das ist der häufigste Fall. Die Nase ist nach dem Infekt wieder frei, und trotzdem schnarchst du. Dann gab es das Schnarchen vermutlich schon vorher, vielleicht leiser oder nur in Rückenlage, und es ist dir oder deinem Partner während der Erkältung zum ersten Mal richtig aufgefallen. Begünstigt wird es durch Übergewicht (mehr dazu unter Gewicht und Schnarchen), Alkohol am Abend und die Rückenlage.
Schiefe Nasenscheidewand
Eine leicht verkrümmte Nasenscheidewand haben sehr viele Menschen, meist ohne Beschwerden. Krankheitswert hat sie laut Stellungnahme der DGHNO erst, wenn sie die Nasenatmung deutlich behindert. Typisch: Eine Seite ist immer schlechter durchgängig, auch ohne Schnupfen. Mehr dazu im Artikel zur schiefen Nasenscheidewand.
Chronische Nasennebenhöhlenentzündung
Heilt die Entzündung nicht richtig ab, kann sie chronisch werden. Laut S2k-Leitlinie Rhinosinusitis (AWMF 017-049) und dem europäischen Positionspapier EPOS 2020 (Fokkens et al., Rhinology 2020) spricht man davon, wenn die Beschwerden länger als zwölf Wochen anhalten. Leitsymptome sind eine verstopfte Nase, Sekret, Druck oder Schmerz im Gesicht und ein schlechterer Geruchssinn. Mindestens zwei davon müssen vorliegen, darunter eine verstopfte Nase oder Sekret.
Vergrößerte Nasenmuscheln und Polypen
Die Nasenmuscheln können dauerhaft anschwellen, etwa durch eine Allergie oder zu lange genutztes Nasenspray. Nasenpolypen sind gutartige Wucherungen der Schleimhaut und treten oft zusammen mit einer chronischen Nebenhöhlenentzündung auf. Beides engt die Nase ein und fällt bei einer Erkältung oft zum ersten Mal richtig auf.
Wann du zum HNO-Arzt solltest

Lass deine Nase in einer HNO-Praxis untersuchen, wenn eines davon auf dich zutrifft:
- Eine Nasenseite ist dauerhaft zu, auch ohne Erkältung.
- Schnupfen, Druck im Gesicht oder ein schlechterer Geruchssinn halten länger als zwölf Wochen an.
- Du hast häufig Nasenbluten oder die Beschwerden betreffen nur eine Seite.
- Du kommst ohne abschwellendes Nasenspray nicht mehr aus.
Nicht auf einen Termin warten solltest du bei hohem Fieber, starken Schmerzen im Gesicht oder einer Schwellung oder Rötung um die Augen. Das können Zeichen einer Komplikation der Nebenhöhlenentzündung sein, etwa an der Augenhöhle (Leitlinie Rhinosinusitis). Dann noch am selben Tag ärztlich abklären lassen, nachts oder am Wochenende über den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, im Notfall unter 112.
Ein eigener Punkt sind Atemaussetzer. Bemerkt dein Partner, dass du nachts aufhörst zu atmen und dann laut nach Luft schnappst? Oder bist du tagsüber ständig müde, obwohl du genug schläfst? Dann kann eine obstruktive Schlafapnoe dahinterstecken. Weitere Warnzeichen sind Kopfschmerzen am Morgen und Konzentrationsprobleme (BARMER, gesundheitsinformation.de). Das gehört in die Hausarzt- oder HNO-Praxis und bei Bedarf ins Schlaflabor. Worin sich die beiden unterscheiden, erklärt der Artikel Schnarchen oder Schlafapnoe.
Wenn dein Kind bei Erkältung schnarcht
Bei Kindern ist Schnarchen während eines Infekts genauso häufig und meist harmlos. Schnarcht dein Kind aber auch ohne Erkältung über Wochen, atmet es tagsüber ständig durch den Mund oder fallen dir nachts Atempausen auf, lass das in der Kinderarzt- oder HNO-Praxis anschauen. Häufiger Grund sind vergrößerte Rachenmandeln (im Volksmund Polypen) oder Gaumenmandeln. Abschwellendes Nasenspray nur in Kinderdosierung und nach Beratung in der Apotheke.
Schnarchen nach der Erkältung: Was dauerhaft hilft
Ist die Nase frei oder abgeklärt, hast du keine Atemaussetzer und schnarchst trotzdem weiter, sitzt die Ursache im Rachen. Dafür empfiehlt die S3-Leitlinie zum Schnarchen (Stand 2019) die Unterkieferprotrusionsschiene. Sie hält den Unterkiefer im Schlaf ein paar Millimeter vorn, die Zunge geht mit, und der Rachen bleibt offen. Das wirkt mechanisch, also ab der ersten Nacht. An das Tragegefühl gewöhnst du dich in meist drei bis vier Nächten. Wie das im Detail funktioniert, erklärt der Artikel wie Schnarchschienen funktionieren. Eine Schlafapnoe gehört dagegen in ärztliche Begleitung.
Gegen die Erkältung selbst ist die Schiene das falsche Werkzeug. Mit verstopfter Nase musst du um sie herum durch den Mund atmen, und das ist unangenehm. Gedacht ist sie für das Schnarchen, das nach dem Infekt bleibt. Nasenpflaster und Nasendilatatoren nennt die Leitlinie bei behinderter Nasenatmung. Sie weiten den Naseneingang und helfen nur, solange die Nase die Ursache ist, also eher während des Schnupfens als danach. Mehr dazu unter Alternativen zum Nasenpflaster und im Vergleich Schnarchschiene oder Nasendilatator.
Für den Dauereinsatz sieht die zahnmedizinische Leitlinie zur Unterkieferprotrusionsschiene (DGZS, AWMF 083-045) laborgefertigte, individuell angepasste Schienen vor. Sie verteilen den Druck gleichmäßig auf die Zähne, und der Vorschub lässt sich fein einstellen. Eine Boil-and-Bite-Schiene aus der Drogerie zeigt höchstens, ob du etwas im Mund verträgst. Mit einer maßgefertigten Schiene ist sie nicht vergleichbar.
Bezugswege und Kosten
Über die Zahnarztpraxis zahlst du Beratung, Abdruck, Kontrolltermine und die Abrechnung nach GOZ, zusammen ab 1.200 €. Bei reinem Schnarchen trägst du die Kosten in der Regel selbst.
Beim Direktweg nimmst du den Abdruck mit einem Set zu Hause, gefertigt wird in spezialisierten Dentallaboren. Deine medizinische Eignung wird vorab über einen Gesundheitsfragebogen geprüft. Ein Anbieter ist die individuell gefertigte Schnarchschiene von Snorly für 495 €. Reduziert sie das Schnarchen innerhalb von 60 Nächten ab Lieferung nicht, gibt es gegen einen Nachweis aus acht Nächten (vier mit, vier ohne Schiene) den Kaufpreis zurück (Garantiebedingungen). Wie der Ablauf aussieht, steht unter Schnarchschiene ohne Zahnarzt bestellen, alle Posten im Detail unter Kosten einer Unterkieferprotrusionsschiene.
Zwei bis drei Wochen nach dem Schnupfen noch laut? Frag deinen Partner, ob es vorher schon so war, und lass die Nase prüfen. Ist sie frei, sitzt die Ursache im Rachen. Dafür ist die maßgefertigte Schnarchschiene das Mittel der Wahl.
Zuletzt aktualisiert am 2. Nov. 2026
Häufige Fragen
Ist Schnarchen bei Erkältung normal?
Ja. Schnarchen während einer Erkältung ist sehr häufig und harmlos. Mit verstopfter Nase atmest du durch den Mund. Der Unterkiefer rutscht zurück, der Rachen wird enger und das Gaumensegel vibriert. Mit dem Schnupfen verschwindet das Schnarchen meist innerhalb von ein bis zwei Wochen wieder.
Was hilft sofort gegen Schnarchen bei verstopfter Nase?
Am schnellsten wirkt abschwellendes Nasenspray vor dem Schlafen, höchstens eine Woche lang. Dazu den Oberkörper mit einem zweiten Kissen hochlagern, auf der Seite schlafen und abends keinen Alkohol trinken. Salzwasser für die Nase und ein kühles, gut gelüftetes Schlafzimmer sind gut verträgliche Ergänzungen.
Wie lange darf ich abschwellendes Nasenspray nehmen?
Ohne ärztliche Anordnung höchstens sieben Tage, so steht es in der Fachinformation für Xylometazolin. Danach braucht die Nase mehrere Tage Pause. In Großbritannien wurde die Grenze 2026 auf fünf Tage gesenkt. Wer länger sprüht, riskiert eine dauerhaft geschwollene Schleimhaut (Rhinitis medicamentosa) und damit eine chronisch verstopfte Nase.
Warum schnarche ich nach der Erkältung immer noch?
Hält das Schnarchen zwei bis drei Wochen nach dem Ende des Schnupfens an, hat es eine eigene Ursache. Meist sitzt sie im Rachen und war schon vorher da, verstärkt durch Gewicht, Alkohol oder Rückenlage. Seltener steckt eine Engstelle in der Nase dahinter, etwa eine schiefe Nasenscheidewand, eine chronische Nebenhöhlenentzündung oder zu lange genutztes Nasenspray.
Kann eine Erkältung dauerhaftes Schnarchen auslösen?
In der Regel nicht. Meist macht die Erkältung nur ein Schnarchen hörbar, das es vorher schon gab. Selten wird aus dem Infekt ein Dauerproblem: wenn die Nebenhöhlenentzündung chronisch wird (Beschwerden länger als zwölf Wochen) oder abschwellendes Nasenspray zu lange genommen wird und die Schleimhaut geschwollen bleibt.
Schnarcht man bei Schnupfen lauter, wenn man auf dem Rücken liegt?
Ja. In Rückenlage fallen Unterkiefer und Zunge am stärksten nach hinten, und bei Mundatmung wegen verstopfter Nase verstärkt sich das. Seitenlage und ein leicht erhöhter Oberkörper machen das Schnarchen während der Erkältung meist leiser und lassen das Sekret besser ablaufen.
Wann sollte ich mit Schnarchen nach einer Erkältung zum Arzt?
In die HNO-Praxis, wenn eine Nasenseite auch ohne Infekt dauerhaft zu ist, wenn Schnupfen, Gesichtsdruck oder ein schlechterer Geruchssinn länger als zwölf Wochen anhalten oder bei häufigem Nasenbluten. Bei hohem Fieber, starken Gesichtsschmerzen oder einer Schwellung um die Augen gleich am selben Tag ärztlich abklären lassen, notfalls über den Bereitschaftsdienst 116117. Bemerkt dein Partner Atemaussetzer oder bist du tagsüber ständig müde, gehört das in die Hausarzt- oder HNO-Praxis und bei Bedarf ins Schlaflabor.
Ist Schnarchen bei Kindern mit Erkältung normal?
Ja, während eines Infekts schnarchen auch Kinder häufig, und das ist meist harmlos. Schnarcht dein Kind auch ohne Erkältung über Wochen, atmet es ständig durch den Mund oder fallen nachts Atempausen auf, lass das in der Kinderarzt- oder HNO-Praxis anschauen. Oft stecken vergrößerte Rachen- oder Gaumenmandeln dahinter. Abschwellendes Nasenspray nur in Kinderdosierung und nach Beratung in der Apotheke.
Hilft eine Schnarchschiene bei Erkältung?
Als Erkältungsmittel nicht. Bei verstopfter Nase muss erst mal die Nasenatmung frei werden, und mit der Schiene im Mund wäre die Mundatmung eher unangenehm. Für Schnarchen, das nach dem Infekt bleibt und im Rachen entsteht, empfiehlt die Leitlinie zum Schnarchen die Unterkieferprotrusionsschiene. Sie wirkt mechanisch ab der ersten Nacht. Bei Atemaussetzern oder Tagesmüdigkeit geht es zuerst zum Arzt.
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